Unregelmäßiger Stuhlgang und Verstopfung (Obstipation) sind keine Seltenheit. Fast jeder neunte Deutsche ist regelmäßig davon betroffen, Frauen doppelt so häufig wie Männer.
Eine Verstopfung kann verschiedene Ursachen haben – etwa veränderte Lebensumstände, bestimmte Grunderkrankungen oder die Einnahme von Medikamenten, die als Nebenwirkung Verstopfung zur Folge haben kann.
Häufig gerät auch der Lebensstil als Ursache einer Verstopfung unter Verdacht. Wer über Verstopfungen klagt bekommt häufig den Rat mehr zu trinken, mehr Sport zu machen und sich ballaststoffreich zu ernähren.
Doch führen diese Maßnahmen zum Erfolg? Hierzu die Meinung des Experten Professor Müller-Lissner, Facharzt für Innere Medizin an der Schlosspark Klinik in Berlin:
Es besteht kein Zweifel, dass ballaststoffreiche Kost beim Gesunden die Stuhlmenge und Stuhlfrequenz erhöht und den Stuhl weicher werden lässt. Ballaststoffarme Kost kann im Umkehrschluss aber nicht generell als Ursache der chronischen Obstipation angesehen werden. Im Gegenteil, bei vielen Patienten mit schwerer Obstipation verschlimmern sich Symptome wie Blähungen und Bauchkrämpfe, wenn sie den Ballaststoffverzehr steigern. Wir wissen heute auch, dass sich eine chronische Obstipation durch eine Steigerung der Flüssigkeitsaufnahme nicht beseitigen lässt. Körperliche Bewegung kann die Darmfunktion zwar zu einem gewissen Grad beeinflussen, ob sich damit aber eine chronische Verstopfung bessern lässt, ist mehr als fraglich. Erfahrungsgemäß bewegen sich Obstipierte nicht weniger als Kontrollpatienten.
Was also hilft bei Verstopfung wirklich weiter?
Ein zuverlässiges und gut verträgliches Abführmittel kann helfen, die Verdauung wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Zur Behandlung kann zwischen Abführmitteln mit verschiedenen Substanzen und unterschiedlichen Wirkmechanismen gewählt werden. Neben Ballaststoffen, Gleitmitteln und Weichmachern stehen osmotisch wirksame Laxantien und Stimulantien, wie z.B. Bisacodyl und Natriumpicosulfat, zur Behandlung der Verstopfung zur Verfügung.



